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In der Abferkelbucht sehen Sie die Ergebnisse einer guten Vorbereitung während der Belegung und der Trächtigkeit. Überführen Sie die Sauen mindestens eine Woche vor dem Abferkeln in die Abferkelbucht.

Beim Bewegen der Sauen in die Vorabferkelbucht dürfen diese nicht durch Zeitmangel unter Stress gesetzt werden – angespannte Sauen erfordern mehr Arbeit, außerdem besteht hohe Gefahr, dass das Produktionsergebnis minderwertig ist

Achten Sie besonders kurz vor dem Abferkeln auf die Sauen. Stellen Sie in den ersten 24 Stunden nach dem Abferkeln sicher, dass alle Ferkel Kolostrum aufgenommen haben und gut gedeihen.

Überführung der Jungsauen und Sauen aus der Trächtigkeitsbucht in die Abferkelbucht

Überführen Sie die Sauen und Jungsauen mindestens eine Woche vor dem Abferkeln in die Abferkelbucht.

  • Stellen Sie sicher, dass die Abferkelställe sauber und trocken sind

Das Trocknen von Ställen ist wichtig für die Sauen und die Umgebungen der Ställe. Der Zustand kann rasch geprüft werden, indem man den Boden mit der flachen Hand berührt, um die Temperatur zu fühlen

Nach ausreichender Trocknung der Ställe können sie für die Sauen vorbereitet werden. Dabei ist es wichtig, Bettungsmaterial sowohl für die Sauen als auch für die Ferkel bereitliegen zu haben, bevor diese in die Ställe geführt werden
  • Prüfen und reinigen Sie Nippel- oder Schalentränken und stellen Sie sicher, dass der Wasserdurchfluss gut ist
    • Der empfohlene Wasserdurchfluss beträgt mindestens 4 Liter pro Minute, wenn 20 Prozent der Nippel- oder Schalentränken verwendet werden
  • Stellen Sie sicher, dass der Kriechbereich für die Ferkel vor dem Abferkeln beheizt wird
    • Die empfohlene Temperatur beträgt mindestens 34 ºC. Ein elektronisches Thermometer ist ein empfohlenes Verwaltungswerkzeug.
Bei der Auswertung der funktionalen Zitzen der Sau ist es wichtig, das Gesäuge sowohl einer Sicht- als auch Tastkontrolle zu unterziehen, um die besten Ergebnisse zu gewährleisten

Wenn Sie die Tiere versetzen, nehmen Sie eine Beurteilung des Gesäuges jeder Sau vor und zählen Sie die Anzahl der funktionsfähigen Zitzen. Sie können dann entscheiden, um wie viele Ferkel sich jede Sau kümmern kann, wenn die Säugezeit näher rückt.

Notieren Sie dies in der Sauentafel über den Ställen. Die Bewertung und die Notiz helfen Ihnen beim Wurfausgleich.

Die Umgebung der Sau ist der Schlüssel zum erfolgreichen Abferkeln. Selbstverständlich sollten die Ställe sauber sein. Es ist jedoch die Temperatur, die den Zustand der Ferkel entscheidend beeinflussen kann. Ist den Ferkeln bei der Geburt zu kalt, so verursacht dies Stress und dieser erhöht wiederum das Krankheitsrisiko, die Quetschgefahr und sogar das Sterblichkeitsrisiko.

Daher wird empfohlen, beim Abferkeln hinter der Sau Wärmelampen zu verwenden, damit die Ferkel bei der Geburt keinem Kältestress ausgesetzt sind. Ferkel, die in einer beheizten Umgebung geboren werden, müssen nicht so viel Energie verbrauchen, um die Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. So haben die Ferkel mehr Energie, um das Gesäuge zu erreichen und mit der Aufnahme von Kolostrum zu beginnen. Dies stärkt ihr Immunsystem und senkt das Sterblichkeitsrisiko. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass ein reibungsloser Übergang von der Geburt zum Säugen das Gewicht beim Absetzen erhöht.

Wärmelampen und Bettungsmaterial, die sich während des Abferkelns hinter der Sau befinden, verringern den Wärmeverlust der Ferkel unmittelbar nach dem Abferkeln – denken Sie jedoch daran, die Lampen und das Bettungsmaterial nach dem Abferkeln zu entfernen

Stellen Sie sicher, dass Sie die Wärmelampe nach dem Abferkeln entfernen, da die Ferkel sonst den Bereich hinter der Sau als bevorzugten Ruheplatz nutzen könnten. Trainieren Sie die Ferkel darauf, den Kriechbereich zu nutzen.

Anzeichen für die unmittelbar bevorstehende Geburt

  • Schwellung der Scham (Vulva)
  • Sauen zeigen eine erhöhte Aktivität und etwa zwei Tage vor dem erwarteten Abferkeln ein Nestbauverhalten

  • Wenn das Einschießen der Milch erkannt wird, so ist das Abferkeln innerhalb von 12 Stunden zu erwarten

Überwachung im Abferkelbereich

Besonders an Tagen, an denen bei vielen Sauen das Abferkeln ansteht, empfehlen wir, die Sauen mindestens einmal pro Stunde während eines 24-Stunden-Tages zu kontrollieren. Sie müssen den Sauen nicht helfen, es sei denn, sie benötigen Hilfe. Bedenken Sie jedoch, dass die ersten vier Ferkel innerhalb von zwei Stunden geboren werden sollten und danach der Abstand zwischen den einzelnen Ferkeln 60 Minuten nicht überschreiten sollte.

  • Sind die geborenen Ferkel bereits trocken, die Sau hat aber noch Wehen, müssen Sie mit der Abferkelhilfe beginnen.

 

  • Bei der Abferkelhilfe ist ein hoher Hygienestandard unerlässlich.
Hygiene während der Abferkelhilfe gilt sowohl für die Sauen als auch für die Angestellten – Sie sollten stets sauberes Wasser in der Nähe der Abferkelbucht bereitstehen haben
  • Achten Sie auf freien Zugang zwischen Sau und Arm, wenn Sie Abferkelhilfe leisten. Stecken Sie den Arm nicht durch die Stalleinrichtung. Dies hilft der Sau nicht und erhöht das Verletzungsrisiko.
Vor der Abferkelhilfe sollte die Stalleinrichtung geöffnet werden, um ein sicheres Arbeitsumfeld zu gewährleisten – wenn die Einrichtung nicht geöffnet wird, steigt die Gefahr, dass sich Angestellte verletzten können, wenn es etwas schiefläuft
  • Waschen Sie die Vulva mit Seife, spülen Sie diese mit viel Wasser ab und tragen Sie einen sterilen Handschuh mit aufgetragenem Gel.

Vor der Abferkelhilfe sollte die Sau gereinigt werden, um die Gefahr vor Gebärmutterinfektionen zu verringern

Nach dem Reinigen der Sau sollte jedweder sichtbare Schmutz aus der Vulva der Sau entfernt werden

 

Das Gel kann in die Handfläche des Handschuhs gedrückt werden, um den Rest des Handschuhs zu schmieren

Gels kann der Handschuh hochgezogen werden. Nun sind Sie für die Abferkelhilfe bereit
  • Lassen Sie die Sau nach der Abferkelhilfe ruhen.

Während der Abferkelhilfe ist es wichtig, nicht gegen die Kontraktionen der Sau zu arbeiten – Wenn die Sau Kontraktionen hat, sollten Sie nicht versuchen, in den Gebärmutterhals einzudringen

Wenn sämtliche Ferkel erreicht werden können, herausgezogen wurden und die Abferkelhilfe abgeschlossen ist, sollten die Sau und die Ferkel allein gelassen werden, damit sie sich ausruhen können
  • Wenn in der nächsten Stunde keine Ferkel geboren werden, beginnen Sie wieder mit der Abferkelhilfe.

Kolostrum

Kolostrum ist entscheidend: Es hilft Ferkeln bei der Entwicklung eines starken Immunsystems. Es ist wichtig, dass jedes Ferkel innerhalb der ersten 12–24 Lebensstunden genügend Kolostrum von der Sau aufnimmt. Eine Möglichkeit sicherzustellen, dass jedes Ferkel das erforderliche Kolostrum bekommt, ist das geteilte Säugen. Dies ist besonders für kleinere Ferkel oder solche mit geringerer Lebensfähigkeit zu empfehlen. Beginnen Sie mit dem geteilten Säugen, indem Sie die größten Ferkel im Kriechbereich behalten, damit die kleinen Ferkel das Gesäuge für sich haben. Nach einer gewissen Zeit sollten Sie die Ferkelgruppe auswechseln, damit auch die größten Ferkel genügend Kolostrum von der Sau aufnehmen können.

Durch geteiltes Säugen der Ferkel wird die Kolostrumaufnahme sämtlicher Ferkel optimiert. Konzentrieren Sie sich während des geteilten Säugens jedoch auf die kleinsten Ferkel, um sicherzugehen, dass sie Kolostrum erhalten

Wenn die Ferkel getrennt werden, kann es von Vorteil sein, in den Ställen in die Hocke zu gehen, damit die Sauen keinen unnötigen Stress durch eine große Gestalt vor sich erleiden

Training im Kriechbereich

Die Ferkel sollten trainiert werden, den Kriechbereich zu nutzen. So lernen sie seine selbstständige Nutzung, wenn sie nicht saugen. Dies reduziert die Quetschgefahr für die Ferkel und vermindert das Risiko, dass ihnen zu kalt wird. Achten Sie darauf, dass die Temperatur im Kriechbereich mindestens 34 ºC beträgt und dort keine Zugluft herrscht. Wenn Sie einen Vorhang verwenden, stellen Sie sicher, dass dieser zugezogen ist. Wir empfehlen, im Kriechbereich eine Abdeckung zu verwenden. Ferner ist es empfehlenswert, den Boden mit Matten zu isolieren oder eine Fußbodenheizung im Kriechbereich zu installieren.

Das Training im Kriechbereich wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Es ist aber gut investierte Zeit in Bezug auf den zukünftigen Tageszuwachs und fördert eine niedrigere Sterblichkeitsrate aufgrund geringerer Quetschgefahr.

Sobald die Sau mit dem Abferkeln fertig ist, können Sie mit dem Training im Kriechbereich beginnen.

  • Kontrollieren und „aktivieren“ Sie die Sau; stellen Sie sicher, dass sie aufsteht und anfängt zu trinken und zu fressen
  • Sorgen Sie dafür, dass die Ferkel ca. 45 Minuten im Kriechbereich bleiben
  • Wenn die Sau mit dem Fressen fertig ist und sich wieder hinlegt, beginnen Sie mit dem geteilten Säugen

Durch geteiltes Säugen der Ferkel wird die Kolostrumaufnahme sämtlicher Ferkel optimiert. Konzentrieren Sie sich während des geteilten Säugens jedoch auf die kleinsten Ferkel, um sicherzugehen, dass sie Kolostrum erhalten

Wenn die Ferkel getrennt werden, kann es von Vorteil sein, in den Ställen in die Hocke zu gehen, damit die Sauen keinen unnötigen Stress durch eine große Gestalt vor sich erleiden
  • Setzen Sie das geteilte Säugen als Teil des 45-minütigen Kriechbereichstrainings ein
  • Führen Sie das Kriechbereichstraining in den ersten beiden Tagen nach dem Abferkeln bei allen Fütterungen durch
  • Stellen Sie sicher, dass sich die Ferkel im Kriechbereich aufhalten, während die Sauen aufstehen
Wenn die Ferkel während der Fütterung im Kriechbereich gehalten werden, verringert sich die Zahl der eingedrückten Ferkel – sowohl während als auch nach der Fütterung lernen die Ferkel, den Kriechbereich zu nutzen

Wenn Sie die Würfe kontrollieren, achten Sie darauf, dass während oder nach dem Abferkeln keine Ferkel in einem kalten Bereich liegen. Wärmen Sie kalte Ferkel auf, indem Sie diese in den Kriechbereich setzen oder eine Wärmebox oder einen Heizwagen o. ä. benutzen.

Nutzen Sie eine Wärmebox in Kombination mit Wärmelampen und Stroh für die kleinsten Ferkel – durch die Wärme wird der Energieverlust der Ferkel verringert, wenn sie zurück ans Gesäuge gesetzt werden

Ferkel, die in Ordnung sind:

  • Befinden sich am Gesäuge oder im Kriechbereich
  • Zittern nicht und haben keine „Gänsehaut“

  • Liegen teilweise oder ganz auf der Seite, die Beine vom Körper weggestreckt

Ferkel, denen kalt ist:

  • Zittern und/oder haben „Gänsehaut“
  • Liegen allein hinter der Sau oder in einer kleinen Gruppe

  • Liegen mit allen Beinen unter dem Körper

Wurfausgleich

Nach erfolgreichem Abferkeln müssen Sie einen Wurfausgleich durchführen. Als Sie die Sauen in die Abferkelbucht brachten, hatten Sie bereits entschieden, wie viele Ferkel jede Sau nach dem Wurfausgleich haben sollte.

Bringen Sie die restlichen Ferkel zu den Ammensauen. Stellen Sie sicher, dass die Sauen der ersten Parität die gleiche Anzahl von Ferkeln erhalten wie die Anzahl der Zitzen, die sie haben. Studien haben gezeigt, dass die zukünftige Milchleistung für jede Zitze von ihrer Verwendung in der ersten Parität abhängt. Das bedeutet, dass unbenutzte Zitzen in der ersten Parität während der zweiten und allen darauffolgenden Paritäten wenig bzw. keine Milchleistung haben. Es ist wichtig, systematische Vorgehensweisen für den Wurfausgleich und die Pflege von Ammensauen einzuführen. So stellen Sie sicher, dass Sie möglichst viele lebensfähige und gesunde Ferkel beim Absetzen haben.

Während des Wurfausgleichs empfiehlt es sich, systematisch vorzugehen – Sie sollten wissen, wie viele Ferkel für den Wurfausgleich da und wie viele funktionale Zitzen vorhanden sind. Dadurch kann die Zahl der Ammensauen leichter handgehabt und das Verfahren vereinfacht werden

Wurfausgleich

  • Wenn alle Ferkel 12–24 Stunden nach dem Abferkeln genügend Kolostrum aufgenommen haben
  • Sie können den Wurfausgleich bis 48 Stunden nach dem Abferkeln durchführen, aber danach sollten Sie keine Ferkel mehr umsetzen
  • Führen Sie einen Wurfausgleich durch, damit jede Sau die Anzahl an Ferkeln erhält, die sie gemäß Ihrer früheren Einschätzung säugen kann
  • Nehmen Sie zuerst die größeren Ferkel aus dem Wurf und belassen Sie die kleineren Ferkel bei der Muttersau
  • Stellen Sie sicher, dass die Ammensau Ferkel gleicher Größe bekommt
  • Verwenden Sie für die kleineren Ferkel Sauen der zweiten Parität, da diese Sauen kleinere Zitzen haben
  • Bilden Sie so viele Ammensauen wie nötig – jedes Ferkel braucht einen ausreichenden Zugang zum Gesäuge
Nachdem der Wurfausgleich geplant ist, kann ein Futterwagen eingesetzt werden, um die Ferkel durch den Stall zu bewegen. Dadurch verringert sich die Arbeitslast, da es möglich ist, weniger Ferkel auf einmal zu bewegen. Denken Sie jedoch daran, dass Verfahren wie dieses zusätzliche Aufmerksamkeit in Bezug auf die Hygiene erfordern, um Infektionen einzudämmen

So bilden Sie ein System von Ammensauen

Die Ammensau sollte eine Sau der ersten oder zweiten Parität sein, die sich in einem guten Körperzustand befindet.

Einstufige Ammensau

  • Suchen Sie eine neu abgesetzte Sau in einen guten Körperzustand – Sauen der zweiten Parität werden empfohlen.
  • Setzen Sie die größeren Ferkel von den Sauen, die innerhalb von 12–48 Stunden geferkelt haben, zu der Ammensau.
  • Stellen Sie vor dem Versetzen der Ferkel sicher, dass die Ferkel Kolostrum von ihrer Muttersau aufgenommen haben.

Zweistufige Ammensau

  • Die Ammensau hat in den letzten vier bis acht Tagen geferkelt (keine abgesetzte Sau).
  • Die vier bis acht Tage alten Ferkel werden zu einer neu abgesetzten Sau umgesetzt, die etwa 21 Tage nach dem Abferkeln ist (Sau Nr. 1).
  • Reduzieren Sie die Futterzugabe der Sau um 2 kg pro Tag.
  • Setzen Sie die größeren Ferkel von Sauen, die innerhalb von 12–48 Stunden geferkelt haben (Sau Nr. 2), zu der Ammensau (Sau Nr. 1).
  • Stellen Sie vor dem Versetzen der Ferkel sicher, dass die Ferkel Kolostrum von ihrer Muttersau aufgenommen haben.
  • Achten Sie darauf, dass die Ammensau (Sau Nr. 1) die gleiche Anzahl Ferkel erhält, wie von dieser versetzt wurden.
  • Sie können kleine Ferkel zu der frisch abgeferkelten Ammensau (Sau Nr. 2) setzen.
  • Die frisch abgeferkelte Sau sollte eine Sau der zweiten Parität sein.
  • Die kleineren Ferkel müssen vor dem Versetzen Kolostrum aufgenommen haben.
  • Wenn Sie für die kleinen Ferkel keine frisch abgeferkelte Sau (Sau Nr. 2) verwenden, können Sie stattdessen die kleineren Ferkel zu einer Abferkelsau setzen, um die Kolostrumaufnahme sicherzustellen. Die Ferkel der Abferkelsauen können von der Muttersau zu einer anderen Abferkelsau umgesetzt werden.

Meine notizen für Abferkelbucht – Vor dem Abferkeln

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